Schöner kann Fliegen nicht sein

Kerosin im Blut habe ich ja schon von klein auf. Das liegt zum einen an den vielen Reisen, die meine Eltern mit meinen Geschwistern und mir gemacht haben, aber ein Stück weit auch daran, dass die Liebe zum Fliegen in meinen Genen verankert ist. Mein Uropa nämlich war Flugzeugbauer.

Da dieser Hanns Klemm nicht irgendein Flugzeugbauer war, sondern ein sehr bedeutender – er gilt als Vater der Leichtflugzeuge – werden seine Flugzeuge heute in Museen ausgestellt (z. B. im Deutschen Museum in München) oder mit viel Mühe über Jahre wieder flugfähig gemacht.

Das Cockpit der KL25 (Baujahr 1934)

An seinem Wohn- und Schaffensort Böblingen, haben schon in den 50er Jahren begeisterte Anhänger dieser Klemm-Flugzeuge, die Flugsportgruppe Hanns Klemm gegründet. Der Verein hat heute natürlich eine ganze Reihe an Motor- und Segelflugzeugen in Betrieb – absolutes Highlight sind aber zwei alte Klemm-Maschinen, die mit viel Liebe zum Detail restauriert wurden.

Seitdem ich weiß, dass es diesen Verein und diese Flugzeuge gibt, hatte ich einen Wunsch: einmal mitfliegen! Zu meinem 30. Geburtstag war es dann endlich soweit: ein Rundflug mit der KL25, Baujahr 1934! Meine Eltern hätten mir kein besseres Geschenk machen können.

KL25

So sieht eine glückliche Claudia aus

Das Flugzeug ist eines der ältesten Flugzeuge der Welt, das noch in Betrieb ist und wenn dann schon mal die Urenkelin da ist, lässt es sich Edgar, der Vereinsvorstand natürlich auch nicht nehmen, den Rundflug selber durchzuführen.

Erst noch den Propeller in Schwung bringen und dann geht’s los!

Oben offen und mit einem Propeller vorne, ging’s dann los. Von einer Graspiste mit süßen 82 PS im Gepäck, versteht sich 🙂 Kaum vorstellbar, das Originalflugzeug hatte lediglich einen 40 PS starken Motor, trotzdem flogen mein Uropa sowie Flugpioniere wie Elly Beinhorn oder Wolf Hirth mit diesen Maschinen nach Nordafrika oder in den Balkan. Wahre Abenteurer!

An der Schwäbischen Alp vorbei ging’s zum Schloß Hohenzollern und zurück

Den Flug kann man eigentlich mit nichts vergleichen. Mit einem Flug in einem Düsenjet schon mal gar nicht, aber auch moderne Propellermaschinen versprühen halt keine Nostalgie und sorgen auch nicht für unfassbar zerzauste Haare und ein unvorstellbar breites Grinsen auf dem Gesicht 🙂

Nach der Landung saß ich erst mal etwas sprachlos im Flugzeug und wäre am liebsten gar nicht mehr ausgestiegen, denn es war so unfassbar toll, ich konnte es kaum in Worte fassen.

Im Herbst veranstaltet der Verein ein Klemm Fliegertreffen, wo Klemm Flugzeugbesitzer aus ganz Europa zusammengekommen – da ich jetzt Blut geleckt habe, werde ich sicherlich dabei sein!

 

 

 

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